Name: Opto Biolabs

Gründungsjahr:
2019

Accelerator Jahrgang: 2018

Opto Biolabs

Optogenetik gilt als eine spannende Zukunftstechnologien in der Biomedizin. Mit ihrem Startup Optobiolabs arbeitet Gründerin Kathrin Brenker daran, diese Technologie praxisnah einzusetzen. Im Gespräch erzählt sie von der Entwicklung ihres Unternehmens, den Erfahrungen mit Accelerator-Programmen und den Learnings, die sie auf ihrem Weg gewonnen hat.

arise: Kathrin, vielen Dank für deine Zeit! Um direkt einzusteigen: Wie hat sich Optobiolabs seit dem Start entwickelt?

Kathrin: Es ist schon einige Jahre her, seit wir beim Accelerator-Programm des Baden Campus waren. Damals wurden wir ziemlich direkt auf interne Diskrepanzen aufmerksam – das führte zu einer eher friedlichen Trennung innerhalb des Teams. Rückblickend war das sehr hilfreich. Danach haben wir uns positiv weiterentwickelt und sogar ein zweites Pre-Seed-Programm abgeschlossen. Insgesamt konnten wir rund eine Million Euro an Investor:innengeldern sammeln. Seit letztem Jahr finanzieren wir uns bewusst durch Verkäufe und setzen auf Bootstrapping.

arise: Wie habt ihr entschieden, ohne weiteres Fremdkapital auszukommen?

Kathrin: Nach unseren Erfahrungen in verschiedenen Accelerator-Programmen, darunter die SPIE Startup Challenge in San Francisco und ein weiteres in New York, wurde uns klar, dass wir nicht die großen VC-Investitionen wollten. Die Bedingungen waren oft kompliziert, und wir hatten nicht das Gefühl, dass sie uns wirklich voranbringen würden. Daher sind wir unseren eigenen Weg gegangen.

arise: Wie würdest du die Entwicklung des Optogenetik-Marktes über die Jahre beschreiben?

Kathrin: Spannend! Es kommen immer mehr Anwendungen auf den Markt. Der erste blinde Mensch wurde beispielsweise mit optogenetischer Therapie behandelt – er kann nun teilweise wieder sehen. Es gibt Startups, die an optogenetischen Hörgeräten arbeiten oder tierfreies, veganes Fleisch mit optogenetischer Technologie herstellen. Die Entwicklungen sind wirklich aufregend und wirken manchmal fast wie Science Fiction.

arise: Gibt es einen Moment im Accelerator, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Kathrin: Absolut! Besonders prägend war die Unterstützung beim CyberOne Hightech Award. Ohne den Baden Campus hätten wir diesen Award wohl nicht gewonnen. Das Team dort hat wirklich alles gegeben und uns stark gepusht – das war unglaublich wertvoll.

arise: Welche Erfahrungen hast du in der Finanzierungsphase gemacht?

Kathrin: Am wichtigsten war, jemanden zu finden, der tech-affin ist und unsere Vision versteht. So eine Person an der Seite zu haben, war ein unglaubliches Glück. In Deutschland gibt es leider noch zu wenige Investor:innen mit technischem Verständnis – und gerade das ist in unserer Branche entscheidend.

arise: Was sind deine größten Learnings aus dem ganzen Prozess?

Kathrin: Eines der wichtigsten Learnings ist die Bedeutung des Teams und der Soft Skills. Anfangs dachte ich, das sei Zeitverschwendung, heute sehe ich es anders. Das Team muss gut zusammenpassen, und frühzeitig über Visionen und Erwartungen zu sprechen, ist entscheidend.

arise: Was würdest du deinem früheren Ich raten, sagen wir 2015?

Kathrin: Ich würde ihr sagen, schneller zu handeln und mutiger zu sein. Damals steckte ich noch in meiner Doktorarbeit und war extrem belastet. Heute denke ich, dass ich früher aus der Wissenschaft hätte ausbrechen und mich voll auf die Firma konzentrieren sollen. Mut und Selbstbewusstsein sind essenziell.

arise: Wenn du dir etwas für die Startup-Szene wünschen könntest, was wäre das?

Kathrin: Ich träume von einem Makerspace, wo Startups unkompliziert Prototypen entwickeln können – Labore, CNC-Fräse, Basics für Experimente. Der bürokratische Aufwand sollte gering sein, damit mehr Leute Zugang zu solchen Ressourcen bekommen.

arise: Zum Abschluss: Welche Tipps würdest du jungen Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Kathrin: Schaut, dass ihr die richtigen Leute im Team habt und lasst euch von Menschen unterstützen, die wirklich an eure Vision glauben. Und bleibt mutig! Der Weg ist hart, aber mit dem richtigen Team und Vertrauen in die eigene Idee lässt sich viel erreichen.

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